WissenschaftlerInnen des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Berlin, und der Carl-von-Ossietzky-Universität, Oldenburg, stellen ihr praxiserprobtes Verfahren INNOCOPE zur Entwicklung nachhaltiger Produkte in einem Leitfaden vor.
Bei dem Verfahren steht die Einbeziehung von potenziellen Kunden und Verbrauchern schon während der Produktentwicklung im Vordergrund. Die WissenschaftlerInnen präsentieren Möglichkeiten, wie Konsumenten-Beteiligungen aussehen können und wie INNOCOPE kreativ an die Belange eines bestimmten Unternehmens/Produkts angepasst werden kann.
Kernziel ist es, mit Hilfe des Verfahrens nachhaltige und umweltfreundliche Produkte zu fördern, die sozialen und ökologischen Anforderungen gerecht werden. Dadurch, aber vor allem durch die Kundeneinbeziehung von Anfang an kann die Anzahl von Markt-Flops reduziert werden – bisher hält sich nur eine von sechzehn Neuentwicklungen, so Dr. Bernd Siebenhüner von der Universität Oldenburg.
Der Leitfaden und die experimentelle, nutzerfreundliche Software ECOCLASS, mit der der Ausstoß klimaschädlicher Gase während Produktion und Nutzung eines neuen Produkts berechnet werden kann, finden sich auf den Internetseiten des vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Projekts GELENA (Gesellschaftliches Lernen und Nachhaltigkeit) unter Projektinfo/INNOCOPE.
Als Datenbasis für die Software ECOCLASS wurden die Daten von GEMIS (Globales Emissionsmodell Integrierter Systeme) herangezogen. GEMIS wurde federführend vom Öko-Institut e.V. mit verschiedenen Partnern aus dem In- und Ausland schon Ende der Achtziger entwickelt. Gerade ist die aktuelle Version 4.4 mit neuen Datensätzen erschienen. GEMIS bezieht Rohstoffe, Energienutzung, Hilfs-Energiebedarf und -Materialien mit in die Ökobilanzierung ein. Neben dem inzwischen überall bekannten Treibhausgas Kohlendioxid werden auch andere umwelt- und klimaschädliche Gase berücksichtigt, sowie flüssige und feste Reststoffe und der Flächenbedarf eines Projektes.