Windkraft für alle
Susanna Knotz (erstmals veröffentlicht am 28. März 2007 auf www.infobildungsdienst.de)
Kleine Fünf-Kilowatt-Windkraftanlagen könnten in Zukunft die Stromversorgung in abgelegenen, windreichen Regionen sichern. Die Kleinanlagen sind genauso kostengünstig wie Großanlagen. Die Anlagen können ohne großen Maschinenaufwand nur von Menschenhand aufgestellt werden. Die Gondel, die den Stromgenerator beherbergt, wiegt ohne Rotorblätter nur rund 110 Kilogramm. Die Windräder sind staub-, salz- und feuchtigkeitsgeschützt, wartungsarm und halten Windgeschwindigkeiten von Orkanstärke stand. Die Rotorblätter sind nämlich sehr flexibel, so dass sie vom Wind weggebogen werden und ihm somit weniger Angriffsfläche bieten. Außerdem hält das Material Temperaturen von -25 bis +50 °C aus.
Die Anlagen können alleine, im Verbund oder gekoppelt mit anderen Energiesystemen wie z.B. Dieselaggregaten oder Solarpaneelen arbeiten. Die Windräder können an alle möglichen Stromsysteme weltweit angepasst werden. Sie erzielen einen optimalen Wirkungsgrad unter unterschiedlichsten Bedingungen, d.h. sie liefern unter den herrschenden Bedingungen so gut wie immer optimale Leistung. Getestet wurde das System bisher an der schleswig-holsteinischen Küste mit steten, hohen Windgeschwindigkeiten und im Raum Kassel, einem Standort mit weniger Wind, der eher böig und turbulent bläst. An diesen beiden Orten haben sich die Kleinkraftwerke bewährt. Jetzt sollen sie noch ein Jahr lang an zwei weiteren deutschen Standorten, in Frankreich, Griechenland, Irland, Madagaskar und Spanien im Testbetrieb laufen. Die Erkenntnisse aus dem Probebetrieb werden in die Serienproduktion einfließen. Die Serie wird aeroSmart5 heißen und ab Mitte 2008 zu kaufen sein.
Vom BINE-Informationsdienst des Fachinformationszentrum (FIZ) Karlsruhe gibt es eine Broschüre (Autor: Dr. Franz Mayer) mit weiteren Informationen über das vom Bundesforschungsministerium geförderte Projekt unter der Leitung der SMA Technologie AG aus Niestetal. Am Projekt beteiligt waren außerdem die microwind GmbH, Brühl, aerodyn Energiesysteme GmbH, Rendsburg, Institut für Elektrische Energietechnik Elektrische Energie-Versorgungs-Systeme (IEE-EVS) der Universität Kassel und das Institut für Solare Energieversorgunstechnik (ISET) e.V.; das Projekt stellt sich vor unter www.aerosmart.de.