Friedensnobelpreis für Klimaschützer

By Susanna Knotz

Heute wurde der Friedensnobelpreis an den UN-Klimarat (IPCC - Intergovernmental Panel on Climate Change) und den früheren US-Vizepräsidenten Al Gore verliehen für ihre Anstrengungen, die Welt über den Klimawandel und seine Ursachen aufzuklären.

Durch ihre Aktivitäten werde die Menschheit in die Lage versetzt, die Ursachen des Klimawandels zu vermindern oder gar zu beseitigen und gegen seine negativen Auswirkungen vorzugehen. Bei der Preisverleihung betonte der Sprecher der Nobelpreis-Stiftung, dass der Klimawandel große Teile der Menschheit bedrohe und zu weiteren Konflikten um Ressourcen führen könne. Die Bekanntgabe der verschiedenen Nobelpreis-Gewinner kann auf dem Nobelpreis-Kanal betrachtet werden.

Der IPCC wurde bereits 1988 gegründet, auf Bestreben des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) und der Weltorganisation für Meteorologie der Vereinten Nationen (WMO). Ziel des IPCC war es und ist es auch in Zukunft, die wissenschaftlichen Grundlagen über die Risiken des menschenverursachten Klimawandels zusammenzutragen, die weltweiten gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und ökologischen Auswirkungen des Klimawandels einzuschätzen und Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie entschärft werden können und wie die Welt sich darauf vorbereiten kann.

Für seine Berichte zieht der IPCC bereits veröffentlichte und damit auch von anderen Experten begutachtete wissenschaftliche Studien zum Klimawandel heran. An aktuellen Berichten des vierten Berichtszeitraums haben 450 Hauptautoren aus 130 Länder sechs Jahre lang gearbeitet. Die in die Berichte eingegangenen Studien repräsentieren die Arbeit von 800 WissenschaftlerInnen und 2500 GutachterInnen. Die deutschsprachigen Zusammenfassungen der IPCC-Berichte: http://www.ipcc.ch/languageportal/languageportal.htm

Al Gore (Die Zeit 2006 über Gore) war von 1993 bis 2001 US-Vizepräsident unter Bill Cinton und unterlag trotz faktischer Stimmenmehrheit bei den Präsidentschaftswahlen im Jahr 2000 dem derzeitigen US-Präsidenten George W. Bush. Er veröffentlichte Schriften und Bücher über Umweltpolitik und soziale Gerechtigkeit (z.B. Wege zum Gleichgewicht – Ein Marshallplan für die Erde). Seit Jahren ist er in der Welt unterwegs, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen, seine Auswirkungen darzustellen und Möglichkeiten aufzuzeigen, was jeder einzelne tun kann, um die Ursachen zu vermindern, selbst wenn die eigene Regierung sich stur stellt.

Im Jahr 2007 gewann er mit seinem Film Eine unbequeme Wahrheit, eigentlich ein reich bebilderter Vortrag, aber sehr spannend, einprägsam und anschaulich präsentiert, den Oskar für den besten Dokumentarfilm. Im selben Jahr machte er mit der Konzertserie Live Earth rund um den Globus auf den Klimawandel aufmerksam. Er war für die Vereinigten Staaten von Amerika 1997 bei der Weltklimakonferenz in Kyoto. Im Jahr 1998 haben die Vereinigten Staaten das Kyoto-Protokoll (Kyoto-Protokoll Übersicht für Nicht-Experten, pdf 482 kB) unterzeichnet. Es kam aber nie zur Ratifizierung (Ratifizierungs-Protokoll ,pdf) Die EU mit Deutschland und Österreich haben das Protokoll 2002 ratifiziert, die Schweiz 2003. In Kraft getreten ist das Kyoto-Protokoll 2005. Es gilt noch bis 2012. Im Dezember dieses Jahres trifft sich die Staatengemeinschaft zur diesjährigen Weltklimakonferenz auf Bali/Indonesien.

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