Kleinvieh macht auch Mist – Solar- statt Petroleumlampen und wie sieht eigentlich meine persönliche Klimabilanz aus?

By Susanna Knotz

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das solarprojekt-freilassing. Der Verein entwickelt solarzellenbetriebene Lampen, die in Entwicklungsländern zum Einsatz kommen. Die Lampen werden als Bausätze geliefert und in den Anwendungsländern selbst zusammengebaut. Durch ein Mietsystem sind die Lampen auch von Menschen mit extrem knappem Haushaltsbudge einigermaßen bezahlbar. Vor allem kommen keine weiteren Kosten für Treibstoff dazu.

Laut DBU-Generalsekreter Dr. Fritz Brickwedde werden alleine in Afrika 50 Millionen Petroleumlampen als Lichtquellen eingesetzt. Petroleum ist relativ teuer, rußt bei der Verbrennung, was die Gesundheit langfristig beeinträchtigt, und produziert darüber hinaus klimaschädliches Kohlendioxid.

In einem Monat verbraucht eine Petroleumlampe rund 3 Liter Treibstoff, übers Jahr ergeben sich laut DBU daraus 80 kg Kohlendioxid. Das klingt vielleicht nicht so gewaltig, aber mulitpliziert mit 50 Millionen kommen 40 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr zustande. Weltweit haben etwa zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu Elektrizität.

Zur kompletten Pressemitteilung von Franz-Georg Elpers von der DBU zu diesem Thema

CO2-Rechner für die eigene Klimabilanz

Wer seinen eigenen Kohlendioxidausstoß drosseln möchte, der kann sich auf den Klimaschutz-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) mit Tipps zum Stromsparen, zum optimalen Heizen, zum Spritsparen und Informationen über die Hintergründe zum Klimawandel eindecken. In Deutschland werden im Jahr etwa vier Milliarden Euro für Energieverschwendung (Standby-Schaltungen etc.) ausgegeben. Mehr zu diesem Thema bietet die vom UBA unterstützte Aktion No-Energy.

Um zu erfahren, wie weit man selbst über einem nachhaltigen Pro-Kopf-Kohlendioxid-Ausstoß von rund zwei Tonnen pro Jahr liegt, kann man den CO2-Rechner des UBAs nutzen. Hintergrundinformationen zum Rechner: Der deutsch Durchschnitts-CO2-Ausstoß liegt bei etwa 11 Tonnen pro Kopf pro Jahr, der Weltdurchschnitt bei 3,8 Tonnen.

Bundeskanzlerin Merkel unterstützt eine global gerechte Entwicklung der Klimapolitik – wie sie auf dem Nobelpreisträgertreffen Anfang Oktober in Potsdam erklärte – und erfüllt somit eine langjährige Forderung der Entwicklungsländer für einen pro-Kopf-Ansatz im Klimaschutz. Das bedeutet z.B. dass der deutsche CO2-Ausstoß auf 18 Prozent fallen muss, für die USA, die derzeit rund 20 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf emittieren auf ein Zehntel dieses Wertes.

Das ist eine Wahnsinns-Herausforderung, vor allem für die Industrienationen, die sich bewegen müssen. So wird vielleicht verständlich, weshalb sich Forschung, Politik, Wirtschaft und Medien manchmal nur noch mit dem Klimawandel zu befassen scheinen.

Bleibt abschließend zu bemerken, dass neben Kohlendioxid noch andere Gase wie Methan und Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) klimawirksam sind. Weitere Informationen darüber gibt es in der Umweltdatenbank des UBAs.

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