Archive for the ‘Ökobilanzierung’ Category

Kleinvieh macht auch Mist – Solar- statt Petroleumlampen und wie sieht eigentlich meine persönliche Klimabilanz aus?

Oktober 20, 2007

Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) fördert das solarprojekt-freilassing. Der Verein entwickelt solarzellenbetriebene Lampen, die in Entwicklungsländern zum Einsatz kommen. Die Lampen werden als Bausätze geliefert und in den Anwendungsländern selbst zusammengebaut. Durch ein Mietsystem sind die Lampen auch von Menschen mit extrem knappem Haushaltsbudge einigermaßen bezahlbar. Vor allem kommen keine weiteren Kosten für Treibstoff dazu.

Laut DBU-Generalsekreter Dr. Fritz Brickwedde werden alleine in Afrika 50 Millionen Petroleumlampen als Lichtquellen eingesetzt. Petroleum ist relativ teuer, rußt bei der Verbrennung, was die Gesundheit langfristig beeinträchtigt, und produziert darüber hinaus klimaschädliches Kohlendioxid.

In einem Monat verbraucht eine Petroleumlampe rund 3 Liter Treibstoff, übers Jahr ergeben sich laut DBU daraus 80 kg Kohlendioxid. Das klingt vielleicht nicht so gewaltig, aber mulitpliziert mit 50 Millionen kommen 40 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr zustande. Weltweit haben etwa zwei Milliarden Menschen keinen Zugang zu Elektrizität.

Zur kompletten Pressemitteilung von Franz-Georg Elpers von der DBU zu diesem Thema

CO2-Rechner für die eigene Klimabilanz

Wer seinen eigenen Kohlendioxidausstoß drosseln möchte, der kann sich auf den Klimaschutz-Seiten des Umweltbundesamtes (UBA) mit Tipps zum Stromsparen, zum optimalen Heizen, zum Spritsparen und Informationen über die Hintergründe zum Klimawandel eindecken. In Deutschland werden im Jahr etwa vier Milliarden Euro für Energieverschwendung (Standby-Schaltungen etc.) ausgegeben. Mehr zu diesem Thema bietet die vom UBA unterstützte Aktion No-Energy.

Um zu erfahren, wie weit man selbst über einem nachhaltigen Pro-Kopf-Kohlendioxid-Ausstoß von rund zwei Tonnen pro Jahr liegt, kann man den CO2-Rechner des UBAs nutzen. Hintergrundinformationen zum Rechner: Der deutsch Durchschnitts-CO2-Ausstoß liegt bei etwa 11 Tonnen pro Kopf pro Jahr, der Weltdurchschnitt bei 3,8 Tonnen.

Bundeskanzlerin Merkel unterstützt eine global gerechte Entwicklung der Klimapolitik – wie sie auf dem Nobelpreisträgertreffen Anfang Oktober in Potsdam erklärte – und erfüllt somit eine langjährige Forderung der Entwicklungsländer für einen pro-Kopf-Ansatz im Klimaschutz. Das bedeutet z.B. dass der deutsche CO2-Ausstoß auf 18 Prozent fallen muss, für die USA, die derzeit rund 20 Tonnen Kohlendioxid pro Kopf emittieren auf ein Zehntel dieses Wertes.

Das ist eine Wahnsinns-Herausforderung, vor allem für die Industrienationen, die sich bewegen müssen. So wird vielleicht verständlich, weshalb sich Forschung, Politik, Wirtschaft und Medien manchmal nur noch mit dem Klimawandel zu befassen scheinen.

Bleibt abschließend zu bemerken, dass neben Kohlendioxid noch andere Gase wie Methan und Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) klimawirksam sind. Weitere Informationen darüber gibt es in der Umweltdatenbank des UBAs.

Verfahrensleitfaden für die Entwicklung nachhaltiger Produkte

September 26, 2007

WissenschaftlerInnen des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW), Berlin, und der Carl-von-Ossietzky-Universität, Oldenburg, stellen ihr praxiserprobtes Verfahren INNOCOPE zur Entwicklung nachhaltiger Produkte in einem Leitfaden vor.

Bei dem Verfahren steht die Einbeziehung von potenziellen Kunden und Verbrauchern schon während der Produktentwicklung im Vordergrund. Die WissenschaftlerInnen präsentieren Möglichkeiten, wie Konsumenten-Beteiligungen aussehen können und wie INNOCOPE kreativ an die Belange eines bestimmten Unternehmens/Produkts angepasst werden kann.

Kernziel ist es, mit Hilfe des Verfahrens nachhaltige und umweltfreundliche Produkte zu fördern, die sozialen und ökologischen Anforderungen gerecht werden. Dadurch, aber vor allem durch die Kundeneinbeziehung von Anfang an kann die Anzahl von Markt-Flops reduziert werden – bisher hält sich nur eine von sechzehn Neuentwicklungen, so Dr. Bernd Siebenhüner von der Universität Oldenburg.

Der Leitfaden und die experimentelle, nutzerfreundliche Software ECOCLASS, mit der der Ausstoß klimaschädlicher Gase während Produktion und Nutzung eines neuen Produkts berechnet werden kann, finden sich auf den Internetseiten des vom Bundesforschungsministerium (BMBF) geförderten Projekts GELENA (Gesellschaftliches Lernen und Nachhaltigkeit) unter Projektinfo/INNOCOPE.

Als Datenbasis für die Software ECOCLASS wurden die Daten von GEMIS (Globales Emissionsmodell Integrierter Systeme) herangezogen. GEMIS wurde federführend vom Öko-Institut e.V. mit verschiedenen Partnern aus dem In- und Ausland schon Ende der Achtziger entwickelt. Gerade ist die aktuelle Version 4.4 mit neuen Datensätzen erschienen. GEMIS bezieht Rohstoffe, Energienutzung, Hilfs-Energiebedarf und -Materialien mit in die Ökobilanzierung ein. Neben dem inzwischen überall bekannten Treibhausgas Kohlendioxid werden auch andere umwelt- und klimaschädliche Gase berücksichtigt, sowie flüssige und feste Reststoffe und der Flächenbedarf eines Projektes.


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