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Millionen Seevögel in Gefahr durch Ölpest im britischen Überseeterritorium Tristan da Cunha im zentralen Südatlantik

März 25, 2011

Am 16. März lief der Frachter MS Oliva beladen mit rund 65.000 Tonnen Sojabohnen auf dem Weg von Brasilien nach Singapur vor der Insel Nightingale auf Grund. Er bunkerte etwa 1.500 Tonnen Schweröl. Die Besatzung wurde gerettet bevor in der Nacht zum 18. März das Schiff auseinander brach und das Öl aus dem Schiff zu lecken begann. Ein bis zu 16 km weit reichender Ölteppich breitet sich inzwischen um die Insel herum aus, melden die Behörden von Tristan da Cunha. Im dortigen Spätsommer ist die Brutsaison der nördlichen Felsenpinguine (Eudyptes moseleyi) noch in vollem Gange, die erwachsenen Pinguine gehen täglich auf Fischfang, um ihren schon großen Nachwuchs versorgen zu können. Bereits hunderte verölter Vögel wurden gezählt. Der Ölunfall bedroht ungefähr die Hälfte der Gesamtpopulation, die seit den 1950er-Jahren schon um 90% geschrumpft ist und deshalb von der IUCN als bedroht eingestuft wird. Außerdem ist auch die lokale Wirtschaft bedroht, die sich hauptsächlich auf die Fischerei nach Hummern und anderen Krustentieren stützt. Ratten von dem Wrack stellen eine weitere mögliche Bedrohung für brütende Vögel dar, inzwischen haben Helfer Köderfallen gegen Ratten ausgebracht. Die Insel Gough ist laut IUCN eine der wichtigsten Seevogel-Inseln der Welt.

Diese Nachricht geht gerade etwas unter unter der Erdbeben-Atom-Katastrophe in Japan, den Aufständen in arabischen Ländern und dem militärischen Einsatz in Libyen.

Quellen:

Behördenupdates von Tristan da Cunha

Naturschutz-Stellungnahme zur Bedrohung

Info über die bedrohten Felsenpinguine

Infos der IUCN über die Besonderheiten Tristan da Cunhas


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